Marcel Petry abbreviations^^^^1^ συντομογραφίες^^^2

Marcel Petry – „abbreviations^^^^1^ συντομογραφίες^^^2 “

Dauer der Ausstellung: Bis 20. Januar 2017

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Marcel Petry, Absolvent an der Städelschule, bewegt sich mit seinen neuesten Arbeiten zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit.

Die kleinformatigen Acrylbilder wirken auf den ersten Blick mysteriös und weisen eine Fülle von figurativen, erzählerischen, fast schon surrealistischen Bildmomenten auf. Der kryptische Ausstellungstitel „abbreviations^^^^1^ συντομογραφίες^^^2 “ lässt erstmals viel Raum für Interpretation.

Die verwendeten Zeichen, Zahlen und griechischen Buchstaben geben dem Betrachter ebenso ein Rätsel auf. Die einzelnen Werke sind ebenfalls mit eigentümlichen Titeln versehen, die sich jedoch entschlüsseln lassen, wenn die Herkunft der verwendeten und teils nur angedeuteten Bildelemente für den Betrachter bekannt sind. So mischt Marcel Petry Bildmotive, entnommen von griechischen Keramiken, die ca 500 bis 600 vor Christus entstanden, mit Motiven aus dem griechischen Epos „Odyssee“ von Homer, wiederum mit Fragmenten von sogenannten „Outdoor Survival Kits“, Überlebens-Sets, die mit den verschiedensten Werkzeugen und überlebensnotwendigen Utensilien wie Feuerstarter ausgestattet sind. Können die Bilder als „Abkürzungen“ gesehen werden, ausschnitthafte Darstellungen der komplexen Vermischung aus Motiven der griechischen Geschichte mit den modernen „Outdoor Survival Kit“- Utensilien? Als Beispiel hierfür kann die Arbeit mit dem Titel “as^^^^2^” genannt werden. Anhaltspunkte für Bildelemente der Keramiken können die zwei menschlichen Arme – jedoch angeschnittenen und einen länglichen Gegenstand festumschließend – sein. Handelt es sich hierbei eventuell um ein Werkzeug, eine Fahne, nach oben gehalten? Außer den angeschnittenen Armen ist kein weiteres Zeichen auf eine menschliche Gestalt im Bild zu finden, dennoch reichen diese aus, um den Betrachter zum Vervollständigen der Bildszenerie anzuregen. Die Arbeiten besitzen eine eigentümliche Räumlichkeit, erzeugt durch Überschneidungen der einzelnen Bildelemente und der teils geometrischen Formen. Die Bilder sind flächig und zugleich perspektivisch eingeteilt. Marcel Petry erzeugt durch das wohl gesetzte Anordnen und die Überschneidungen der verschiedenfarbigen Formen Tiefenwirkung in seinen Werken.

In den einzelnen Arbeiten schafft der Künstler offene Denkräume, die der Betrachter mit seiner Vorstellungskraft ausfüllen kann, in gleicher Weise wie der Ausstellungstitel offen in der Interpretation bleibt.

Text: Cosima Grosser

Marcel Petry – „abbreviations^^^^1^ συντομογραφίες^^^2 “

Duration of the exhibition: Until January 20, 2017

Marcel Petry, received his master´s degree in 2014 from Städelschule, Frankfurt am Main, Prof. Monika Baer. His paintings are oscillating between abstraction and figuration.

The smaller sized works made in acrylic on canvas are mysterios and are full of figurative, narrative and surrealistic elements. The cryptic exhibition title „abbreviations^^^^1^ συντομογραφίες^^^2 “ leaves room for interpretation.

Signs, numbers and Greek numbers used are some kind of riddle to the specator. The individual works have enigmatic titles as well which may be better understood if the origins of the „underlying material“ may be unearthed. In the current exhibition Marcel Petry uses primary materials, retrieved from Greek ceramics, which had been made around 500 to 600 B.C.. Pictural fragments from „Odyssee“ by Homer are blended with „outdoor survival kits“. These survival kits are life saving and rescue utensils like e.g. fire ignitors . May the paintings be seen as abbreviations between cut out respresentations of the complex Greek motives and modern „outdoor survival kit“- utensils? The work “as^^^^2^” may be considered as such an example. The two human arms may be regarded as reference points to the Greek ceramics figuration – partially represented and withholding an oblong object. Could it perhaps be a banner? There is no additional hint to any human body. Nevertheless it is sufficient to induce the spectator to complement the picture. Any of the works are showing a surprising spaciality produced by the overcuts by the individual elements and the geometric forms. The image composition is on one hand flat but on the other hand offers as well perspectivity. Marcel Petry is obtaining a depth in perspective by the means of carefully positioning and by the overlapping of various forms.

Open spaces for reflection are thus created by each painting which may be complemented by the own imagination of the one looking at it. By the same token the exhibition title leaves plenty of associative room for anyone.

text: Cosima Grosser, translation: Jean-Claude Maier