Margarethe Kollmer PARROT STEW

PARROT STEW – Margarethe Kollmer

Ausstellung vom 21. Juli bis 4. September 2016

| Videoinstallation | Text | Inkjetdrucke | Digitaldrucke | 2016

Gedruckte Details aus der Videoinstallation „Per Sie“ werden in Parrot Stew durch Textfragmente, ihrer Farbähnlichkeit zu Papageienfedern nach, reinterpretiert. Der Text besteht aus einer Kombination von unbeantworteten Textnachrichten und einem Eintopfrezept. Parrot Stew nimmt beim gleichen Ausgangsmaterial eine völlig andere Sinnzuordnung vor. Das Thema des Papageien findet neben der optischen Assoziation, auf der Ebene der Sprache statt und der Wiederholung von Material ohne tatsächlichem Bezug zu dessen Inhalt.
Die Textnachrichten wenden sich an ein Gegenüber, das nicht reagiert. Der sprechende Vogel, das Tier, das menschliche Sprache spricht, sie aber nicht versteht, wirft die Frage auf, ob es sich um ein Gegenüber handelt, das man als eine Person behandelt, oder nicht.
Das Rezept für einen Parrot Stew, der überliefert ein Notbehelf erster australischer Siedler war, auf ihrem Weg neues Land zu erschließen als es keine alternative Nahrung gab, spitzt die Frage nach dem Status des Tieres zu und greift am Rande das Thema der Überschreitung von Grenzen in unbekanntes Terrain wieder auf, das auch in „Per Sie“ eine Rolle spielt.

Zu sehen ist auch die Videoinstallation “PER SIE”.
2012
7‘32‘‘
3 Exemplare + 1 AP

Das zugrundeliegende Videomaterial stammt von einem Parabelflug der ESA und zeigt Wissenschaftler in der Schwerelosigkeit. Kurze Loops aus diesem Material wurden von der Künstlerin vom Computerbildschirm abgefilmt. Die allmähliche Nachahmung der Bewegungen und stückweise Annäherung der Kamera an den Bildschirm stellt den Versuch dar, sich in die Situation einzufühlen und einzutauchen. Die Wiederholung ermöglicht das Einüben der Bewegungsabläufe. Durch das Abfilmen wird ein Zugang zu der als unerreichbar erscheinenden Situation erschlossen. Mit zunehmender Nähe der Kamera zum Bild verschieben sich die gezeigten

Details in einen Raum zwischen Abstraktion und Wiedererkennung. In Parallele dazu hört man den
Ton, der beim Abfilmen entstanden ist, der eine gewisse Nähe zur Person der Künstlerin herstellt, ähnlich derer die durch das Abfilmen des Videobildes erzeugt wird. So wird als dritter Raum, der der Präsentationssituation in die Arbeit integriert.

CURRICULUM VITAE – MARGARETHE KOLLMER

1984 geboren in Schweinfurt, Deutschland
lebt und arbeitet in Frankfurt am Main

2011-2014
Städelschule Frankfurt
Meisterschüler bei Douglas Gordon

2007-2012
HFG Offenbach
Diplom in Kunst und Design

AUSSTELLUNGEN (Auswahl)

2016 (upcoming) Existenzielle Korrespondenzen MACS
Museu de Arte Contemporânea de Sorocaba

2015 „Scheinfurt Triennale III“
Kunsthalle Schweinfurt

„ÜBERMORGENKÜNSTLER“
Kunsthalle Baden-Baden

„Margarethe Kollmer und Piotr Krzymowski“
Topkino, Wien

2014 „spilled milkshake“
theSunview, New York City

„12(W)Orte“
Salvatorkirche Coburg

2013 „FILE 2013“
FIESP Cultural Centre Ruth Cardoso, Sao Paulo

„All Day Breakfast“
Donaufestival, Kunsthalle Krems

2012 „Städelschule Compilation“, Filmauswahl Douglas Gordon
CPH:DOX* Copenhagen International Documentary Film Festival

PREISE

2011 Filmpreis der Städelschule, PRE Real Estate Deutschland

2009 Kunstförderpreis der Stadt Coburg